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Eigenfettunterspritzung

Bei diesem Verfahren, das man auch als autologe Fettinjektion, Lipofilling oder Liporecycling bezeichnet, wird bei der Liposuktion entnommenes eigenes Fett an einer anderen Körperstelle zur Auffüllung von Gewebedefekten injiziert.

Einsatzgebiete
Die Eigenfettunterspritzung wird überwiegend zur Glättung von Falten im Gesicht eingesetzt. Dort nimmt das Unterhautgewebe im Laufe des Lebens bei manchen Menschen deutlich ab (altersbedingte Lipoatrophie). Durch erneute Auffüllung erhält man einen glatteren, entspannteren und jünger wirkenden Gesichtsausdruck. Die Methode kann auch bei eingesunkenen Narben oder nach Krankheiten eingesetzt werden, die mit einem Schwund des Unterhautfettgewebes einhergehen.

Fettgewinnung und -aufbereitung
Eigenfett fällt als normales „Abfallprodukt“ bei der klassischen Fettabsaugung zur Volumenreduktion an. Es kann aber auch eine kleine Menge nur für die Fettunterspritzung entnommen werden. Das durch die örtliche Betäubung mittels Tumeszenz-Lokalanästhesie verdünnte Fett wird mit 3 bis 4 mm dicken Kanülen aus Bauch, Hüften oder Oberschenkeln entnommen. Nach entsprechender Aufbereitung wird es in Spritzen aufgezogen und kann sofort injiziert oder tiefgefroren zwei Jahre lang aufbewahrt werden.

Fettunterspritzung
Nach vorheriger Betäubung der Einstichstelle wird das Fett – kaum schmerzhaft – mit sehr dünnen Nadeln unterschiedlich tief in die Unterhaut gespritzt. Danach wird das Gewebe zur gleichmäßigeren Verteilung des Eigenfettes leicht massiert.

Mögliche Nebenwirkungen
Nach dem Eingriff können kurzfristig leichte Schwellungen und kleine Blutergüsse auftreten. Direkt nach der Injektion sind die Fettdepots manchmal tast- und fühlbar; all dies verschwindet innerhalb weniger Tage. Meist sieht das Gesicht bereits am nächsten Tag wieder normal aus.

Ergebnisse
Die kosmetischen Ergebnisse sind ausgesprochen gut. Bei Falten sind meist zwei oder drei Injektion im Abstand von drei bis vier Monaten nötig, um einen weitgehend dauerhaften Erfolg zu erzielen.

Bewertung
Gegenüber allen anderen Materialien zur Gewebeauffüllung wie z.B. Kollagen, Hyaluronsäure oder Milchsäure bietet die Eigenfettunterspritzung die meisten Vorteile. Es ist ein körpereigenes Material, welches keine Konservierungsmittel und kein Fremdeiweiß enthält; allergische Reaktionen oder eine Übertragung von Fremdbakterien oder Viren sind daher nicht möglich. Ferner weist Eigenfett die natürliche Gewebekonsistenz auf und steht in ausreichender Menge für wiederholte Eingriffe zur Verfügung.


Literatur
1. Schmeller W, Meier-Vollrath I (2003) Praktisches Vorgehen bei der Fettunterspritzung. Akt Dermatol 29:271-276

2. Schmeller W, Meier-Vollrath I (2003) Autologer Fetttransfer. Der Hautarzt

54:1185-1189


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